Kastration bei Hündinnen

Eine Liste mit Pro und Contra zur Entscheidungshilfe

Die eigene Hündin kastrieren zu lassen ist wohl einer der schwierigsten Schritte in meinem bisherigen Hundehalter Dasein.
Ganz streng genommen widerspricht die Kastration einer gesunden Hündin sogar dem Tierschutzgesetzt: „§6 / sog. „Amputationsparagraph“
Eigentlich wollte ich persönlich diesen Schritt nie gehen, nun ist es bei Bailey aber gesundheitshalber nicht anders möglich.
Doch was spricht eigentlich für oder gegen eine Kastration bei Hündinnen?

Was ist eigentlich eine Kastration?:
Bei der sogenannten Kastration spricht man von einem operativen Eingriff, bei welchem die Keimdrüsen, im Fall der Hündin also die Eierstöcke, entfernt werden. Zusätzlich wird bei älteren Hündinnen oft auch die Gebärmutter mit entfernt.
Das bedeutet, dass die Hündin nicht mehr läufig wird und folglich keine Welpen mehr bekommen kann.

Der richtige Zeitpunkt der Kastration:
Hier gibt es unterschiedliche Meinungen. Viele Tierärzte empfehlen, die Hündin nach der ersten Läufigkeit zu kastrieren. Für mich stand schon immer fest, dass ich im Falle einer Kastration, diese erst nach dem dritten Lebensjahr durchführen lasse. Ich bin der Meinung, dass Hunde sich geistig viel langsamer entwickeln und die Zeit brauchen, um gänzlich erwachsen werden zu können.

Vorteile einer Kastration:

  • Es tritt keine Läufigkeit mehr auf und damit ist eine ungeplante Trächtigkeit ausgeschlossen.
  • Leidensdruck: Für Hündinnen die während und nach der Läufigkeit Leiden (so wie Bailey) ist die Kastration eine regelrechte Erleichterung, weil Zustände, wie Scheinträchtigkeit und anschließende Depressionsphase nicht mehr auftreten.
  • Verhalten: Kastrierte Hündinnen zeigen kaum Veränderungen in ihrem Verhalten und sind meist mit anderen Artgenossen, egal welches Geschlecht, das ganze Jahr gut verträglich.
  • Krebsrisiko: Früh genug kastrierte Hündinnen haben ein vermindertes Risiko, an einer Gebärmutterentzündung zu erkranken oder Tumore in der Gesäugeleiste. (Mammatumore)

Nachteile einer Kastration:

  • Krebsrisiko: Oh Wunder, neue Studien zeigen, dass kastrierte Hündinnen wohl ein größeres Risiko haben an anderen Stellen Tumore auszubilden. Beispiele sind: Lymphome, Hämangiosarkome und Mastzelltumore.
  •  Kastrierte Hündinnen können dazu neigen, schneller Fett anzusetzen und ruhiger zu werden (eine meiner größten Ängste!)
  • Besonders größere Rassen haben ein erhöhtes Risiko im Alter inkontinent zu werden.
  • Die Kastration ist und bleibt eine Operation, bei der der Hund in Narkose gelegt werden muss und bei dem der Bauchbereich geöffnet wird. Es kann also währenddessen zu Komplikationen kommen und auch im Anschluss können Infektionen der Wunde auftreten.
  • Es kann zu Fellveränderungen kommen. Manchmal wird das Fell länger und flauschiger, wie beim Babyfell.

Warum lasse ich Bailey kastrieren?:
Bailey leidet sehr unter der Läufigkeit. Bereits einen Monat zuvor fängt sie an träge und lustlos zu werden.
Ihr gesamtes Wesen verändert sich und sie ist entweder von den Rüden ungemein gestresst oder möchte den ganzen Tag schlafen. Während der Läufigkeit zieht sich dies, wie ein roter Faden hindurch. Besonders schlimm sind jedoch die ersten Monate nach der Läufigkeit.

Bailey wird jedes Mal Scheinträchtig, ihr Gesäuge schwillt an und entzündet sich. Ich würde ihr Verhalten tatsächlich als „depressiv“ betiteln, weil sie wirklich keine Freude mehr am Leben zu haben scheint.
Bei der letzten Läufigkeit war es dann so schlimm, dass sie eine Immunreaktion hatte und kleine Pickeln auf dem Kopf entstanden sind, ihr das Fell ausgefallen ist und sie eine Ohrenentzündung bekommen hat.
An diesem Punkt war uns klar, dass wir was ändern müssen und haben uns auf Anraten des Tierarztes für eine Kastration entschieden.

Mein Fazit:
Das Thema Kastration ist heute schwer umstritten. Wann ist wirklich nötig? Gibt es einen richtigen Zeitpunkt?
Ich finde, dass jeder am Ende selbst entscheiden muss, wie er zu dem Thema steht und welcher Weg für den Hund am Besten ist.
Ich hoffe, dass es Bailey nach der Kastration das ganze Jahr über gut gehen wird und wir ihr dadurch ein Stück Lebensqualität zurückgeben.

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Spannende Anregungen und Erfahrungen zum Thema Kastration könnt ihr auch gerne ‚hier‚ nachlesen.

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