/ Januar 12, 2019/ Naturkosmetik

Ist Naturkosmetik sinnvoll?
Oft werde ich gefragt, was für Kosmetik Produkte ich verwende und ob es sich wirklich lohnt beispielsweise auf Naturkosmetik Shampoo umzusteigen. Wer unseren Blog schon länger verfolgt der weiß, dass ich jahrelang mit kaputten Haaren und sensibler Kopfhaut zu kämpfen hatte.

Zum Schluss musste ich jede Woche das Shampoo wechseln, damit ich mir nicht meinen kompletten Kopf wund gekratzt habe. Durch Umstellung auf Naturkosmetik ist meine gesamte Symptomatik verschwunden und meine Haare sind so dick und lang, wie noch nie. Hier findet ihr meine Haargeschichte zum Nachlesen.

Überprüfen von Inhaltsstoffen:
Mir persönlich liegt es sehr am Herzen, dass all meine Produkte möglichst umweltfreundlich, ohne Tierversuche hergestellt wurden und die Inhaltsstoffe für mich unbedenklich sind. Und das gilt generell für alle Arten von Kosmetika- auch Naturkosmetik!
Deswegen würde ich jedem raten, vor Kauf eines Produktes die Inhaltsstoffe zu überprüfen

Aber welche Inhaltsstoffe sind generell schlecht für uns und warum?
Da ich weiß, wie überwältigend die Inhaltsstoff Register auf der Produktrückseite zu ‚lesen‘ ist, findet ihr hier eine Liste, mit den für mich bedenklichsten Inhaltsstoffen:

  • Parabene: werden als Konservierungsmittel der Kosmetik zugesetzt. Sie stehen im Verdacht Einfluss auf unser hormonelles System zu nehmen. Außerdem tauchen Parabene seit Jahren immer wieder im Zusammenhang mit Brustkrebs auf, wissenschaftlich belegt ist dies bisher jedoch nicht. Achtung: Wenn keine Parabene enthalten sind, checkt auf das Konservierungsmittel Methylisothiazolinon (MI). Dieser Stoff hat sogar ein fünfmal höheres Allergiepotential als das von Parabenen!
  •  Benzophenone: sind häufig in UV-Filtern von Sonnencreme zu finden. Andere Anwendungsbereiche sind beispielsweise Feuchtigkeitscremes, Lippenbalsam, Bodylotion, Nagellack und Shampoo. Dort wirken sie als Verstärker und Stabilisator von Geruch und Farbe von Cremes. Sie können Kosmetikallergien und Hautreizungen verursachen.
  • Erdöl: Synonyme sind Paraffin, Liquidem, Wax, Vaseline und Mineral Oil. Erdöl stellt eine nicht erneuerbare Ressource dar und trocknet die Haut aus. Zunächst scheint es die Haut glatt und geschmeidig zu machen, jedoch legt sich das Öl, wie ein Film um die Haut und schließt sie nach außen und innen ab- sie kann also nicht atmen. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass es sich in Lunge, Niere und Leber anlagern kann.
  • Palmöl: Wieder ein Stoff, der sehr günstig in Kosmetika zu verwenden ist, der Umwelt aber immens schadet. (Achtung: unter sehr vielen anderen Synonymen zu finden!)
  • Duftstoffe: oft auch als Parfüm oder engl. fragrance bezeichnet, lösen Hautallergien aus und stehen im Verdacht Krebs auslösend zu sein. Besonders solltet ihr auf nitro- Verbindungen und den Duftstoff Coumarin achten. (Amyl cinnamal, Anise alcohol, Amylcinnamyl alcohol, Benzyl benzoate, Benzyl -alcohol, -cinnamate, -salicylate, Citronellol, Cinnamyl alcohol, Farnesol, Cinnamal, Hexyl cinnamal,
    Limonene, Eugenol, Linalool, Methyl 2-octynoate,..)
  • Sulfate/Tenside/Emulgatoren: kommen oft in Kosmetik und Shampoos vor. Sie machen die Haut durchlässiger für Schadstoffe und können allergieauslösend wirken. Auf der Kopfhaut können sie für Schuppenbildung, Austrocknung und Juckreiz verantwortlich sein.  
  • Aluminium und -salze: treten besonders häufig in Deos auf und sollen als Antitranspirant wirken. Aluminium gilt als nerven- und hautschädigend und tritt immer wieder in Zusammenhang mit Krebs und Alzheimer auf.
  • Phthalate: sind Weichmacher und beispielsweise auch im Plastik enthalten. Beispielnamen sind DEP, Diethylphthalat, DMP, Dimethylphthalat und weitere. Über die Haut resorbiert, stehen sie im Zusammenhang mit Krankheiten, wie Diabetes und haben wohl Einfluss auf unser hormonelles System.
  • Alkohol: gute und schlechte Alkohole. 1. Gute Alkohole: sind sogenannte Fettalkohole und werden aus den in Pflanzenteilen vorkommenden Fettsäuren gewonnen. Sie bewirken, dass Feuchtigkeit in unserer Haut verbleibt und macht sie somit geschmeidig. Sie sind fettlösend und werden deshalb besonders häufig in Naturextrakten eingesetzt, weil einige Pflanzenwirkstoffe nicht wasserlöslich sind. (Cetyl Alcohol, Cetearyl Alcohol, Behenyl Alcohol, Lanolin Alcohol, Stearyl Alcohol, Cetearyl alcohol, Myristyl alcohol, Benehyl alcohol und Stearyl alcohol). 2. Schlechte Alkohole: sind einwertige Alkohole, die die Haut austrocknen. Besonders häufig wird vergälltes Ethanol eingesetzt. Oft werden dazu Phthalate benutzt, deren Wirkung oben schon beschrieben wurden. (Alcohol denat., Ethanol vergällt, Ethyl Alcohol, Methanol, Isopropyl Alcohol, SD Alcohol und Benzyl Alcohol)

Mein Fazit:
Ja, ich empfehle es auf Naturkosmetik umzustellen. Bei zertifizierten Marken kann man tendenziell davon ausgehen, dass weniger schädliche Inhaltsstoffe verwendet wurden.
Allerdings sollte man auf gar keinen Fall blind ein Produkt kaufen, nur weil Naturkosmetik draufsteht. Viele Marken, wie zum Beispiel ‚Lush‘, betreiben meiner Meinung nach Greenwashing, indem ein Produkt als besonders natürlich und gut verkauft wird, obwohl die Inhaltsstoffe eine ganz andere Sprache sprechen.

Für mich als Faustregel gilt: Je weniger (unverständliche) Inhaltsstoffe aufgeführt werden, desto besser. Ich prüfe außerdem: Woher kommt die Marke, wofür steht sie, ist sie zertifiziert und gibt es vielleicht eine regionale Alternative? Viele Kosmetikartikel kann man übrigens auch ganz leicht selber machen.


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1 Kommentar

  1. Toller Artikel, klar und gut verständlich erklärt.
    Vieles ist uns Verbrauchern nicht bewusst und wir vertrauen den Konzernen, dass alles gut ist was sie für die Verbraucher anbieten.
    Vielen Dank dafür.

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